Mehrere Monitore für Single Homecockpit

Moin liebe Fliegerfreunde,

ich habe überlegt mir ein „einfaches“ Homecockpit zu bauen.
Außer ein bisschen Hardware von Saitek geht es mir darum weniger um viel realistische Hardware, sondern viel eher darum, dass ich die Instrumente wie PFD, NAV, etc. auf einzelne Bildschirme verteile und in einen Holzrahmen einpasse.
Insgesamt habe ich mit Overhead 5 Bildschirme geplant. Einer (der Größte) soll die Sicht aus dem Fenster zeigen, die anderen bilden dann die Instrumente und das Overhead.

Ich habe mich im Internet schon viel darüber informiert wie ich 5 Bildschirme an nur eine Grafikkarte anschließen kann.
Zwar gibt es da auch die Empfehlung eine weitere Grafikkarte nachzurüsten, allerdings gehe ich nicht davon aus, dass die bloße Darstellung der Instrumente so viel Leistung benötigt, dass eine weitere Grafikkarte erforderlich wäre.
Ich tendiere also zu Adaptern mit welchen ich mehrere Monitore anschließen kann, alleine schon um Kosten zu sparen.

Jetzt die Frage:
Würdet ihr mir empfehlen das mit den Adaptern zu machen oder würdet ihr eine zweite Grafikkarte oder gar andere Lösungen bevorzugen?
Ich kenne mich PC-technisch leider überhaupt nicht aus und schrecke daher ein wenig davor zurück großartig an meinem Rechner rumzubasteln.
Irgendwo hatte ich auch gelesen, dass viele mit mehreren PC‘s in einem Netzwerk arbeiten. Habt ihr damit Erfahrungen und funktioniert das gut?

Vielen Dank im Voraus!

Mit fliegerischen Grüßen
Niklas
 

Andre Koloschin

1109691
PTD - Leitung
Ob das mit nur einer Grafikkarte sinnvoll ist, hängt vor allem vom verwendeten Flugzeug-Add-On ab. Da gibt es sehr große Unterschiede in der Komplexität der 2D-Panels, so dass das bei manchen Add-Ons sehr rechenintensiv wird und bei anderen überhaupt nicht spürbar ist.

Mit mehreren PCs in einem Netzwerk ist das prinzipiell problemlos möglich - nur in einigen Sonderfällen funktionieren gewisse Features nicht, aber auch das hängt wieder davon ab, was genau du denn fliegen möchtest. Also wären ein paar Details insbesondere bezüglich deines eingesetzen Flugzeug-Add-Ons noch hilfreich.
 
Bei einer 747 würde ich ja eher überlegen PSX einzusetzen und P3D nur für die Außenansicht zu verwenden - so wie BAW47C, nur ohne der übrigen Cockpit-Hardware. Wäre dann "nur" eine 747-400 und keine 8i und ich kann nicht einschätzen was für einen Aufwand die Integration in FSX/P3D oder X-Plane bedeutet (die Standalone-Grafik von PSX ist nur als supersimpler IFR-Trainer brauchbar), aber die Stabilität und die Unterstützung für den von Dir geschilderten Use-Case mit mehreren Monitoren wären starke Kriterien dafür, eher in diese Richtung zu gehen. P3D und PMDG machen ja mit nur einem Monitor schon große Probleme, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie das dann auf 5 verteilt laufen soll. Wie stabil und flüssig PSX läuft sieht man ja jedes Jahr beim Worldflight; PSX braucht nur sehr selten einen Reboot, das ganze System läuft tagelang problemlos durch und Abstürze oder Ruckler des visuellen Simulators überlebt PSX auch (P3D gecrasht? einfach neu starten, Flug läuft in PSX unbeeindruckt weiter). Für B738 und A320 gibts soweit ich weiß ähnlich arbeitende Standalone-Simulatoren.
 

Dominik Samuelis

842558
RG Frankfurt - NAV
Bei einer 747 würde ich ja eher überlegen PSX einzusetzen und P3D nur für die Außenansicht zu verwenden
Kann ich als langjähriger PSX-Nutzer nur unterschreiben. Die Anbindung von P3D über ExternalSim für die Visuals läuft sehr gut, und PSX braucht so wenig Resourcen dass man ohne Probleme auch 5 Instanzen davon auf einem oder mehreren Rechnern (Netzwerke werden ebenfalls unterstützt) starten kann, um dann 5 oder mehr unterschiedliche Bildschirme zu bedienen. Die Systemtiefe von PSX ist auch unglaublich gut, und man bekommt ein sehr schönes "Instructor Panel" mit, mit dem man den Simulator steuern kann. Einziger Wermutstropfen: die Navdaten werden bei PSX nur einmal im Jahr aktualisiert, sodaß man nicht immer die aktuellsten Prozeduren im FMC hat.

Für A320 und B738 gibt es ähnliche Programme, das wäre zum einen ProSim oder Project Magenta (letzteres nur Boeing EDIT: PM hat mittlerweile auch Airbus). Beide bilden aber eher die Systeme ab und brauchen fürs Flugmodell FSX oder P3D. PSX hat hingegen das Flugmodell integriert, und braucht P3D nur für die Visualisierung.
 
Also aus meiner Sicht wäre der Einsatz eines "einfachen" Flugsimulators (FSX/P3D/X-Plane) für den Zweck völlig ausreichend.
Was die Frage angeht, würde ich IMMER die Lösung vorziehen, zwei Grafikkarten in den Rechner einzubauen. Dabei muss ja die zweite Karte keine High-End -Karte sein - hier reicht sicher eine einfache Nvidia 1050 Ti für die Instrumente aus. Für den Hauptbildschirm sollte eine Nvidia 1080 AMP auch ausreichend sein. Durch den Einsatz der 2. Karte entlastest Du doch wesentlich die Rechenlast für die 1. GPU, die mit der Darstellung der 3D-Ansicht gut beschäftigt ist. Ferner kannst Du quasi als 3. Grafikkarte auch noch für einfache Darstellungen die Onboard-Karte in Deinem PC verwenden, womit Du dann den Hauptmonitor an die leistungsstarke GPU hängen, und 2x zwei Monitore an die 2. GPU bzw. das Mainboard hängen kannst. Das wird vermutlich kostengünstiger und stabiler laufen, als 5 Monitore an einer Super-High-End-Karte (Nvidia 2080 Ti) zu betreiben.
Nach oben sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt, aber da muss jeder für sich entscheiden, ob er für's Online-Fliegen tatsächlich mehr als 30FPS braucht. ;)
Ich selber betreibe derzeit zwei Monitore an einer Nvidia 1070 AMP und einen Monitor am ASUS Mainboard und bin mit der Leistung mehr als zufrieden (Win10/X-Plane11).
 
Durch den Einsatz der 2. Karte entlastest Du doch wesentlich die Rechenlast für die 1. GPU, die mit der Darstellung der 3D-Ansicht gut beschäftigt ist. Ferner kannst Du quasi als 3. Grafikkarte auch noch für einfache Darstellungen die Onboard-Karte in Deinem PC verwenden
Sicher? Ich meine, dass immer nur eine Karte alles koordiniert, zumindest ist das bei Notebooks so. Am Desktop unter Windows kenn ich nur SLI (Karten gekoppelt) oder die Variante mit der Onboard-/CPU-Grafik als "Port Extender". In letzterem Fall übernimmt glaub ich die richtige Grafikkarte alle Berechnungen und Onboard/CPU reicht die Daten nur raus? Das brächte dann keinerlei Performancevorteile sondern müsste sich eher noch nachteilig auswirken. Linux könnte theoretisch mehrere Grafikkarten unabhängig voneinander ansprechen (Multihead mit fester Ressourcen-Trennung) aber das bringt in diesem Fall ja nichts weil für P3D Windows benötigt wird.
 
Habe es so gemacht wie du es machen willst. Ich nutze xplane 11 und habe 3 monitore für den Flug angeschlossen. Alle an meine rtx2070. Dann noch surround angemacht damit die fps nicht so runter gehen. Zwei monitore habe ich via Adapter (15€ - Amazon) am usb3 angeschlossen für ecas. Einen weiteren Bildschirm habe ich via DP an die rtx angeschlossen fürs pfd und nd. Das habe Dann mit xtextureextractor. Läuft ganz gut.
Leider kann ich hier kein Bild hochladen

Vg
 
Für A320 empfehle ich Dir, soweit Du nicht XPlane benutzt, einen Blick auf JeeHell A320 FMGS https://soarbywire.com/fmgs/ http://www.mycockpit.org/forums/forumdisplay.php?f=264 .
Vorteil gegenüber Project Magenta und ProSim: Mindestens so gut und, weil Freeware (!), 2000 € billiger und kostenfreie Updates (soweit keine kommerzielle Nutzung).
JeeHell hat ein eigenes Flugmodell incl. Fly-by-wire, benutzt für die Außenansicht des Fliegers die Freeware von Project Airbus, für die es auch praktisch jede erdenkliche Livery gibt. JeeHell funktioniert als 2-D-Panel mit einem Rechner oder (was eigentlich Sinn der Sache ist) über Netzwerk. Die Performancebelastung ist vernachlässigbar, kein Vergleich mit PMDG o.ä.
Nach meiner langjährigen Erfahrung funktionieren Netzwerklösungen oder mehrere Grafikkarten (ich stimme da Michael Wellner vollumfänglich zu, für Gauges braucht es keine teuren Karten) problemloser als Adapter wie TH2Go. Für Flieger, die nicht netzwerkfähig sind, gibt es noch Freeware- und Payware-Lösungen für externe 2D-Gauges und Panels wie Panel Builder und Air Manager. Da heutzutage alles sehr auf das VC fixiert ist (sicher eine gute Kompromisslösung für den „Schreibtischflieger“), bedingt das die eine oder andere Bastelei auch mit Hardware, ist aber unter dem Strich kostenneutral oder sogar billiger, weil man auf Freeware-Flieger aufbauen kann (wenn man denn auf die eine oder andere Niete in der Außenansicht verzichten kann).
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben